Sonntag, 27. November 2016

Wenn Leute tatenlos zusehen - wie kann das passieren?

Manchmal geschehen schreckliche Dinge, die man eigentlich hätte verhindern können. Wie zum Beispiel der 28-jährigen Kitty Genovese. Sie lebte in New York und wurde Opfer eines fürchterlichen Messerangriffs.


Die junge Frau kam früh am Morgen des 13. März 1964 nach Hause, als sie von einem Mann mit einem Messer attackiert wurde. Sie schrie nach Hilfe und es kamen sogar ein paar Leute an ihre Fenster, um den Vorfall zu beobachten, doch niemand griff ein oder rief die Polizei.

Kitty wurde ein zweites Mal angegriffen, wobei sie erneut schrie. Diesmal öffnete jedoch ein Mann das Fenster und rief laut nach unten, der Angreifer solle das Mädchen in Ruhe lassen. Der Täter erschrak und lief weg, kehrte aber wieder zurück.

Schließlich hatte er die arme Frau dann doch tödlich verletzt. Während der ganzen halben Stunde, die die Attacke gedauert hat, kam keine einzige Person Kitty Genovese zur Hilfe, obwohl es Gelegenheit dazu gegeben hatte. Es soll 38 Zeugen gegeben haben.

Diese Geschichte habe ich in einem Buch von Ben Ambridge namens "PSY-Q" gelesen und sie hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Warum hat ihr niemand geholfen? Der Vorfall wurde in der Presse zwar stark übertrieben, es könnte sein, dass nicht alles oben genannte richtig ist, aber es gibt tatsächlich den Zuschauereffekt, auch Genovese-Syndrom genannt.

Wenn etwas derartiges passiert und mehrere Leute anwesend sind, fühlt sich der Einzelne oft nicht verantwortlich. Man denkt, die anderen könnten es besser und man selbst könne etwas falsch machen.

Manchmal kommt es auch vor, dass man selbst das Geschehnis gar nicht als Notfall erkennt, wenn die anderen Leute nicht beunruhigt aussehen. Es ist also wahrscheinlicher, dass man eingreift, wenn man alleine ist.

Doch wenn man dieses Syndrom kennt und im Ernstfall daran denkt, muss man sich einen Ruck geben. Du willst doch nicht Opfer einer psychischen Erscheinung werden, oder?

Meine Quelle ist das Buch "PSY-Q", im deutschen "Das Psychotestbuch", von Ben Ambridge.

1 Kommentar:

  1. Die Geschichte ist ja schrecklich! Aber es ist sehr interessant zu erfahren, was so in der Welt passiert, welches mam ansonsten niemals mitbekommen würde.

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