Montag, 9. Oktober 2017

Mehr Freude, erfüllteres Leben mit diesem Gedanken im Hinterkopf




Wir merken meist nur, dass uns etwas wichtig ist, wenn es uns fehlt. Ich kenne ein Buch, in dem es um zwei Mädchen geht, die jahrelang ohne fließend Wasser im Wald leben - in einem Wohnwagen ... allein. Zu Beginn des Buches steht Folgendes:

"Mama sagt, egal wie arm die Leute sind, ob man zu den Habenden gehört oder zu denen, die nix haben, oder ob man seiner Mama auf den Stufen dazwischen das Kreuz bricht, die besten Sachen auf der Welt gibt's für fast umsonst. 

Wie zum Beispiel das gleißende Morgenlicht, dass wie Diamanten über die Wasseroberfläche unseres Flüsschens tanzt. Oder der Fluss selbst, der den ganzen Tag lang Musik vor sich hin brabbelt, so wie Nessa als Baby, Glück is' umsonst, sagt Mama, genau wie die funkelnden Sterne, die verdorrten Äste, die die Bäume uns zum Feuermachen runterwerfen,

unsere wasserabweisende Haut, und der züngelnde Wind, der zuerst die Walnussblätter aufrollt, bevor er und ins Ohr kriecht. Vielleichts liegt's ja nur an der Meth-Pfeife. Aber ich mag's, wie poetisch das Wort Freiheit klingt."

Schaffen wir es auch, diese Schönheit in der Natur zu entdecken? Sind wir nicht zu verwöhnt und zu eitel, um dankbar für das alles zu sein, dass für uns selbstverständlich ist? 

Wenn man zu denen gehört, die "nix" haben, ist man bescheidener. Man freut sich umso mehr über kleine Dinge, und das Leben, das wir führen, scheint ihnen so weit entfernt zu sein, wie das Paradies. 

Wenn ich in der Kirche sitze und der Predigt des Pfarrers lausche, muss ich an die Leute denken, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden. Sie fühlen sich allein. Doch ich kann mit anderen zusammen Kirchenlieder singen, über die Bibel reden und den Gesang des Chors genießen. Was für mich normal ist, könnte jemand anderen wunschlos glücklich machen.

Beim ersten Schnee denke ich an den spanischen Austauschpartner eines Bekannten, der letztes Jahr zum ersten Mal in seinem Leben Schnee gesehen hat. Es ist wie ein Wunder, dass ich jedes Jahr die weiße Decke in unserem Garten bestaunen darf, wo andere das ganze Jahr nur Sommer haben.

In vielen anderen Ländern freuen sich die Leute wie Schnitzel, wenn es einmal regnet. Für sie steht das für Leben und Wachstum. Wir ärgern uns meistens, wenn der Himmel draußen trübe ist und man nicht ohne Regenschirm vor die Tür treten kann. Doch eigentlich sollten wir uns glücklich schätzen, dass es für uns so selbstverständlich regnet.

Das man in allem Positives sieht ist eine Eigenschaft, die vielen schon gegeben ist, die man aber auch erlernen kann.

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Danke :)

Nachtrag: Vielleicht wird dieser Beitrag Teil der Blogparade von Julie zum Thema "Glück"

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