Sonntag, 19. November 2017

10 Denkfehler, die man sich sparen kann (Teil 4)




The Authority Bias


Früher war es nachweislich gesünder, nicht zum Arzt zu gehen, wenn man krank war, da dieser den Zustand sogar meist eher verschlechterte. Früher waren die Ärzte schließlich auch noch nicht so aufgeklärt wie heute. Doch ihre Kunden vertrauten ihnen zum Großteil trotzdem, weil Mediziner Autoritätspersonen sind.

Ich habe jetzt schon öfter von einem Experiment gelesen, in dem ein Professor namens Stanley Milgram von seinen Versuchspersonen verlangte, einer anderen Person, die hinter einer Glasscheibe saß, Stromstöße zu verpassen. Meist wollten die Probanden irgendwann bei steigender Spannung aufhören, doch der Professor sagte nur, sie sollen weitermachen, was sie dann auch taten (Der Gefolterte war selbstverständlich nur ein Schauspieler).

An diesen Beispielen kann man erkennen, dass man Autoritätspersonen viel zu viel Vertrauen schenkt und ihren Anweisungen folgt, auch wenn es rational und moralisch völlig sinnlos ist. Wenn also eine Autoritätsperson bedenklich handelt oder dir seltsame Befehle gibt, überlege, was du tun würdest, stünde jemand vor dir, der den selben "Rang" hat wie du.



The Linking Bias


Wir helfen lieber Menschen, die 1)  attraktiv sind, 2) uns ähneln und 3) denen wir sympathisch sind. Was zur Folge hat, dass wir auch lieber etwas von ihnen kaufen. In Werbungen sind nie hässliche Menschen, weil diese uns viel zu unsympathisch wären.

Ein erfolgreicher Autoverkäufer namens Joe Girard lässt seinen Kunden und Exkunden jeden Monat eine Karte mit der Aufschrift: "I like you." zukommen. Somit erreicht er, dass die Kunden sich verpflichtet fühlen, seine Autos zu kaufen, weil er sie "mag" (ist es auch noch so gelogen).

Har je ein Tierschutzverbund Werbung damit gemacht, dass sie sich für ekelhafte Insekten einsetzen? Hast du schon mal Werbung für Kleidung gesehen, in der eine übergewichtige Frau mit Tränensäcken steckt? Siehst du? 

Also: Wenn du Geld sparen willst, dann achte beim Kauf in Zukunft nur auf das Produkt und nicht auf den Verkäufer. Lass dich nicht über den Tisch ziehe von Sprüchen wie "I like you" oder so, die kennen dich doch eh nicht.


Meine Quelle: "DIE KUNST DES KLAREN DENKENS 52 Denkfehler, 
die Sie besser anderen überlassen" 
von Rolf Dobelli aus dem dtv-Verlag

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